Genau wie bei Ihrem Auto müssen Sie auch mit einem Boot einfach tanken, um bei dem Gegenwind, den wir seit Tagen haben, weiterfahren zu können. Doch während Sie mit dem Auto zur Tankstelle fahren, einfach volltanken und unkompliziert mit Karte bezahlen, sieht das bei einem Schiff, in das mehr als 30.000 Liter Diesel passen, ganz anders aus.
Zunächst müssen diverse Papiere ausgefüllt werden, und man muss einen Hafen wählen, in dem man nach langwierigen Preisverhandlungen bunkern kann. Dieser Preis ist angesichts der großen Menge natürlich von Bedeutung. Schiffe dürfen, wenn sie international fahren (was mit viel Papierkram nachzuweisen ist), steuerfrei tanken. Ein Glück, denn das spart bei diesem Tankvorgang etwa 20.000 Euro.
Ein Vermittler (Agent) an Land übernimmt hierbei viel Arbeit (natürlich gegen Bezahlung) und regelt mit den Behörden die Genehmigung zum Einlaufen in den Hafen. Er sorgt auch dafür, dass ein Tankwagen mit der gewünschten Menge Diesel bereitsteht, wenn wir ankommen.
Die Einlaufgenehmigung war in Cartagena noch ein gewisses Problem, da man in Spanien einige Schwierigkeiten mit dem Begriff Segelschiff hat. Frachtschiffe verstehen sie, und auch kleine Yachten, aber wir liegen mit einem Schiff von über 50 Metern Länge irgendwo dazwischen. Das führt zu vielen Telefonaten und E-Mails mit dem Agenten und kostet eine Menge Zeit (etwa einen Tag).
Wir ankern daher in einer Bucht nahe Cartagena, um abzuwarten. Etwas, das eigentlich auch nicht erlaubt ist, aber wir stellen uns dumm und fahren einfach hinein, nach dem Motto: Wenn man nichts von ihnen hört, wird es wohl kein Problem sein. Wir hören tatsächlich nichts und verbringen eine wunderbar ruhige Nacht in der schönen, geschützten Bucht.
Am nächsten Tag erhalten wir das endgültige Go für das Tanken und laufen in Cartagena ein. Das Bunkern verläuft reibungslos, und entgegen allen Erwartungen erhalten wir die Nachricht, dass wir sogar eine Nacht liegen bleiben dürfen. Sehr angenehm, denn so müssen wir nicht eine Nacht lang gegen Windstärke 7 anmotoren und können mit der Crew gemütlich in die Stadt gehen, um etwas zu essen.
Es wird sehr gesellig und ein bisschen zu spät, aber es wird dann auch noch zwei Wochen dauern, bis wir dies in Harlingen wieder tun können.




