Wer seinem Geschichtslehrer in der Schule auch nur mit halbem Ohr zugehört hat, weiß, dass die Niederlande eine Seefahrernation par excellence sind. Dank des Handels kamen wir überall hin.
Niederländische Seefahrer entdeckten neue Gebiete und gaben ihnen Namen wie Kap Hoorn (nach der Stadt Hoorn), das Kap der Guten Hoffnung, Waygats (auf Nowaja Semlja) und Spitzbergen (die größte Insel von Svalbard, so benannt von Willem Barentsz).
Nicht nur auf die Weltkarte hatten diese Seeleute großen Einfluss, sondern auch auf unseren Sprachgebrauch. An einem gewöhnlichen Arbeitstag bemerkt man das oft nicht, doch wer erst einmal an Bord eines Schiffes geht, begegnet einem Ausdruck nach dem anderen, der seinen Ursprung in der Seefahrt zu haben scheint. Wir haben einige schöne für Sie zusammengestellt.
aufschießen – das ordentliche Aufhängen der Leinen am Nagel, damit sie sich beim nächsten Manöver nicht verheddern; dies muss oft schnell gehen
Schlampamper – eine leicht zu öffnende oder zu entfernende Verbindung, die die Ankerkette am Schiff hält. Sollte etwas schiefgehen, löst man den Schlampamper, um vom Anker freizukommen.
Lümmel – Verbindung des Baums (horizontal) mit dem Mast (vertikal)
aufducken – das ordentliche Zusammenfalten der Segel (des Tuchs), nachdem sie gestrichen (niedergelassen) wurden
aufkalfatern – ursprünglich ein (hölzernes) Schiff wieder wasserdicht machen, später auch das Instandsetzen für eine nächste Reise
aufdirken – den Baum mit einer Leine (der Dirk) hochziehen oder bei Festlichkeiten im Hafen Flaggen an der Dirk hissen
die Polhöhe bestimmen – mit dem Sextanten die Höhe des Polarsterns messen, um die Position des Schiffes zu bestimmen. Misst man den Polarstern unter einem Winkel von 54°, befindet man sich auf 54° n. Br. (auf der Höhe der Niederlande)
aus den Speigatten laufen – Speigatten sind Öffnungen unten im Schanzkleid (Reling), durch die das Wasser vom Deck abfließen kann, wenn bei hohen Wellen Wasser über den Bug schlägt
auftakeln – das Schiff mit Leinen, Blöcken und Takelage ausstatten, um es nach dem Stapellauf für eine Reise vorzubereiten
backsegeln – ein Segel steht back, wenn der Wind von vorne (der falschen Seite) hineinweht; dadurch kommt das Schiff zum Stillstand oder wird in eine andere Richtung gezwungen.
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