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Auf der Jagd nach Walen

Wir machen eine Runde um Pico. Pico ist eine der größten Inseln der Azoren, benannt nach dem Vulkan, der einen Großteil der Insel schwarz gefärbt hat. Aber uns geht es nicht um diesen Vulkan.

An der Südseite von Pico wurden bis 1984 (kein Tippfehler) Wale gejagt. Heutzutage zum Glück nicht mehr, aber diese Wale sind der Grund, warum wir jetzt um die Insel segeln.

Ruhig segeln wir umher. Das Fernglas um den Hals, die Kamera in Reichweite, Walbeobachtung auf dem Vordeck. Der Wind und der Motor verrichten ihre Arbeit und wir lehnen uns zurück, steuern bei Bedarf ein wenig nach und genießen.

Im 19. Jahrhundert ging es ganz anders zu. Die damaligen Walfänger jagten ihrer Beute in Ruderbooten hinterher. Sobald von den Wachtürmen an der Küste ein Pottwal gesichtet wurde, ruderten sie mit Höchstgeschwindigkeit darauf zu, um ihn mit ihrer Harpune aufzuspießen.

Die Pottwale lieferten Tonnen an „Tran“, der als Lampenöl verwendet wurde. Das Fleisch eignete sich als Viehfutter, während aus den Knochen oder Zähnen Scrimshaws gefertigt wurden: gravierte Ziergegenstände und Schmuck. Aber das Wertvollste am Pottwal war die wachsartige Substanz in seinem riesigen Kopf. Ein ideales Schmiermittel und die Basis für Wachskerzen.

Diese besondere Substanz sorgt dafür, dass der Kopf des Pottwals in der Tiefsee nicht unter dem enormen Wasserdruck nachgibt und implodiert. Wie genau das funktioniert, ist immer noch nicht ganz klar, und auch wir werden das heute nicht herausfinden. Aber hoffentlich entdecken wir, wo sich die Pottwale verstecken.

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