Baltic Colin Archer SeaWind Adventures sailing Norway Lofoten Islands

Neues Abenteuer für die „Baltic“

Viele in der Charterflotte werden sich noch an den Zweimast-Stagsegler „Baltic“ erinnern, wie er über das IJsselmeer oder später auf dem Mittelmeer und entlang der norwegischen Küste segelte. Die letzten 10 Jahre lag die „Baltic“ als Wohnschiff am Steg in der Marina Muiderzand. Doch das Segelschiff ist noch lange nicht bereit für den Ruhestand.

Baltic Annet und Marijn Achterkamp segeln Segelschiff SeaWind Adventures Segelexpedition

Mit der Baltic in den hohen Norden segeln

Seit Ende Mai 2018 hat die „Baltic“ neue Eigentümer. Annet und Marijn Achterkamp, die beide die Enkhuizer Zeevaartschool absolvierten und unzählige Seemeilen zurücklegten, bereiten die „Baltic“ auf ein neues Abenteuer vor. Sie nehmen sich ein paar Jahre Zeit, um das Schiff wieder in einen Top-Zustand zu versetzen. Danach werden sie Kurs auf den hohen Norden nehmen.

Das Ziel der dort organisierten Segelreisen ist es, den Gästen nicht nur die Schönheit der Region näherzubringen, sondern vor allem auch die Kraft und Verletzlichkeit der Natur zu vermitteln. Pro Expedition können maximal 8 Personen auf der „Baltic“ mitfahren.

„Natürlich würden wir diese einzigartigen Gebiete am liebsten so vielen Menschen wie möglich zeigen“, erklärt Marijn Achterkamp. „Aber die Natur in der Polarregion steht unter enormem Druck. Wir wollen dort nicht mit Hunderten von Menschen gleichzeitig hinfahren, wie es Kreuzfahrtunternehmen manchmal tun. Deshalb haben wir uns für ein relativ kleines Schiff entschieden.“

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Sorge für die Erde tragen

Mit ihrem Unternehmen SeaWind Adventures möchten sie die Menschen darauf aufmerksam machen, dass es sich lohnt, gut für die Erde zu sorgen. „Man kann natürlich zu Hause auf dem Sofa Dokumentationen ansehen und Artikel über die globale Erwärmung lesen. Aber erst wenn man selbst am Fuße eines Gletschers steht und sieht, wie schnell dieser in den letzten Jahrzehnten gekalbt hat, wird es einem wirklich bewusst“, so die Erfahrung von Annet Achterkamp.

„Während meiner Segelreisen von Spitzbergen in die Antarktis stieß ich an einsamen Stränden und sogar mitten auf dem Ozean auf Plastiktüten und Flaschen. Das regt einen wirklich zum Nachdenken darüber an, wie wir mit der Welt umgehen.“

Gerade ein Segelschiff wie die „Baltic“ ist eine treffende Metapher für unsere Erde, finden die beiden Hochseesegler. Schließlich muss man mit dem auskommen, was man an Bord hat. „Unterwegs in arktischen oder antarktischen Gewässern kann man nicht mal eben anlegen, um die Vorratskammer oder den Kraftstofftank aufzufüllen. Wenn es weg ist, ist es weg, und so verhält es sich im Grunde auch mit unserer Erde.“

Nachhaltigkeit

Die „Baltic“ wird daher so nachhaltig wie möglich ausgestattet. Denken Sie dabei an begehbare Solarmodule, eine ölgeschmierte Propellerwelle (mit biologisch abbaubarem Öl), energieeffiziente Beleuchtung, fossilfreien Kraftstoff (Neste MY) und wassersparende Duschen. Gemeinsam mit dem Klassifikationsbüro werden Marijn und Annet auch die Möglichkeiten für einen elektrischen Antrieb des Schiffes sowie die effiziente Wiederverwendung von Kühlwasser untersuchen.

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