Wir haben dieses Jahr die Inseln im Norden Norwegens genossen und sind bei herrlichem Sonnenschein bis zum 70. Breitengrad gesegelt. Wir entdeckten verlassene Fischerhäfen und fuhren in Fjorden mit Treibeis. Schweinswale begleiteten uns in Richtung Tromsø, und in Skjervøy trafen wir ein paar französische Segler, die beschlossen hatten, Norwegen nie wieder zu verlassen. Eine verlockende Entscheidung, wie wir fanden.
Etwas, das wir vielleicht noch verlockender finden, ist Spitzbergen. Ebenfalls norwegisches Hoheitsgebiet – wenn auch vom lokalen Sysselmann verwaltet – aber weit weg von, nun ja, eigentlich allem.
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Wo liegt Spitzbergen?
Spitzbergen (oder Svalbard auf Norwegisch) liegt gut 400 Seemeilen bzw. 666 km nördlicher als das Nordkap. Um genau zu sein, zwischen dem 76. und 80. Breitengrad. Und genau dorthin reisen wir Ende September!
Während die Tage rasend schnell kürzer werden, wollen wir rund um den Archipel segeln. Ob uns das gelingt, hängt teils von der Eisbildung und teils von der Windrichtung und -stärke ab. Bei starken Nordwestwinden kann das Eis vom Nordpol in Richtung der Inselgruppe geblasen werden, und es besteht die Chance, dass die Hinlopenstraße an der Ostseite (so ziemlich der einzige Durchgang) zufriert.

Sollte dies geschehen, müssen wir wenden und entlang der Westküste zurück nach Longyearbyen (der Hauptstadt oder besser gesagt: der einzigen Stadt auf Spitzbergen) segeln. Wir hoffen auf alles außer Nordwestwind, da wir sehr gespannt auf die verlassene Ostseite des Archipels sind.
Aber auch an der Westseite werden wir beeindruckende Fjorde und Gletscher sehen, wie zum Beispiel den Kongsfjord. Hier liegt Ny-Ålesund, das nördlichste Dorf der Welt. Einst für den Bergbau gegründet, wird es heute von einer Handvoll Wissenschaftlern bewohnt.
Nach vier Wochen Segeln auf Spitzbergen nehmen wir Kurs nach Süden, um von Longyearbyen aus zurück in die Niederlande zu segeln. Natürlich hoffen wir, unterwegs das Nordlicht sichten zu können, was besonders auf der dunklen und verlassenen Barentssee ein einzigartiges Schauspiel zu werden verspricht.

(Foto Nordlicht: Frode Bjorshol)







