Manchmal wirkt der Ozean völlig leblos. Natürlich gibt es dort unzählige Tiere, aber es vergehen Tage, ohne dass wir auch nur eines zu Gesicht bekommen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dies daran liegt, dass wir die Hälfte der Zeit auf den Kompass starren und gar nicht bemerken, dass ein Blauwal, Pottwal oder Delfin vorbeischwimmt.
Auf dieser Reise scheint es jedoch so, als ob die Anzahl der Tiere, die wir auf See sichten, proportional zur Anzahl der Gäste an Bord ist. Je mehr Gäste, desto mehr Menschen, die sich gelegentlich umsehen, und desto mehr Wildtiere entdecken wir.
Heute begleitet uns eine Schule von Delfinen sicher eine halbe Stunde lang. Wie eine Armee kamen sie herangeschwommen, und nun tauchen und tanzen sie um das Schiff herum. Selten habe ich so viele Delfine gesehen, die so lange bei uns bleiben und das Schiff als ihren Spielkameraden betrachten.
Als die Delfine weiterziehen, werden ein paar Libellen zusammen mit einem Schwarm Fliegen angeweht. Woher sie kommen, keine Ahnung. Wir sind meilenweit vom Land entfernt.
Unser Gast Chris schlägt bei Darwin nach. Auch dieser wunderte sich in dieser Gegend über die vielen Insekten an Bord der Beagle. „Es schneite Schmetterlinge“, schreibt er. Er war nota bene fast am selben Tag wie wir hier, allerdings im Jahr 1833. Laut Darwin ist das argentinische Hinterland so dürr und trocken, dass die Insekten vom Wind auf das Meer hinausgeweht werden.
Und nun reisen sie ein Stück als Anhalter bei uns mit. Die Libellen, die in den Seilen hängen, sind ein schöner Anblick; die Fliegen in unserer Kombüse eher weniger. Hoffen wir, dass das argentinische Hinterland bald wieder etwas grüner wird.







